Was unterscheidet Coaching von anderen Formen der Beratung?
Anders als die offene psychologische Beratung ist Coaching konkret zielorientiert.
Die Ziele werden von Klient/Klientin und Coach gemeinsam festgelegt, und
der Prozess wird im Blick auf diese Ziele überprüft. So ist sicher gestellt,
dass die Kunden auch wirklich das erhalten, wonach sie gesucht haben.
Im
Unterschied zur Therapie gilt das Prinzip der Selbstverantwortung. Coaching richtet
sich also an prinzipiell gesunde Menschen und geht außerdem davon aus, dass
die Klientin, der Klient aus eigener Motivation ein Coaching möchte. Ein mündlicher
oder schriftlicher Vertrag zu Beginn der Arbeit schafft Klarheit über die
Verantwortlichkeiten und sichert den Kunden die absolute Verschwiegenheit des
Coachs zu.
Coaching grenzt sich also von Therapie ab, bleibt deshalb aber
nicht an der Oberfläche. Jedes Thema kann im Coaching seinen Platz haben. Es geht
vor allem darum, neue Möglichkeiten der Selbststeuerung zu entdecken und innere wie äußere Konflikte gegenwartsorientiert zu lösen. Diese Form
der intensiven und individuell zugeschnitten Begleitung unterscheidet ein Coaching
außerdem von einem standardisierten Training. zurück
Mit welchen Fragen befasst sich ein Coaching?
Unsere Persönlichkeit zeigt sich in verschiedenen Lebenswelten und Rollen. Im Berufsleben haben wir
eine fachliche Rolle (z.B. Werbekauffrau) und eine Rolle in der Organisation (z.B.
Abteilungsleiterin). Ebenso füllen wir im Privatleben viele Rollen aus.
Wir sind Lebenspartner, Freunde, Kinder oder Eltern. In all
diesen Rollen scheint ein gleichbleibender Wesenskern,
unsere Persönlichkeit, durch. "Personare" (lat.) bedeutet "durchtönen".
Ein professionelles Coaching ist deshalb
immer auch Persönlichkeitscoaching:
Selbst-, Sozial- und Entscheidungskompetenz,
Persönlichkeitsorientierung, Kommunikationsverhalten
und Integration unserer Wirkungsbereiche haben
hier
ihren Ort.
Das konkrete Thema eines Coachings finden wir in einer unser Lebenswelten.
Ein Berufscoaching bezieht sich meist auf Führungs- und Teamverhalten,
zielorientierte Kommunikation oder Gesprächsvorbereitung, auf Berufswahl
und
–planung.
Wenn die Privatwelt den spezifischen Anlass für ein Coaching
liefert, handelt
es sich oft um Verständigung in Partnerschaft und Familie, um
die Suche nach Entspannung, Lebendigkeit und Kreativität.
Mein Angebot des Kreativitätscoachings leistet zu all diesen Themen
noch einen besonderen Beitrag. Es kann eine Technik der Selbsterfahrung, ein privater Ausgleich oder
ein Berufscoaching für Menschen in kreativen Berufen sein.
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Was heißt "psychologisch"?
Ein professionelles Coaching unterstützt die Dynamik der Psyche. Diese Dynamik
zeigt sich im Wechselspiel zwischen bewussten und unbewussten Prozessen. Dabei
sendet das Unbewusste immer wieder Botschaften - Erinnerungen, Träume, Körpergefühle
- ins Bewusstsein. Das Bewusstsein geht auf seine Weise mit ihnen um:
Es kann sich auf die Botschaften einlassen und sie als wertvolle Hinweise für
die Lebensgestaltung nutzen. Es kann sie aber auch ignorieren. Damit jedoch unterbricht
es die natürliche Dynamik der Psyche.
Ein Coaching bringt den Austausch von unbewussten und bewussten Anteilen wieder in Fluss und hilft, den
Botschaften des Unbewussten ohne Angst zu be-
gegnen. Wenn wir auf der Basis unserer
inneren Wahrnehmung Entscheidungen bewusst getroffen haben, dann können wir
vieles wieder den unbewussten Kräften überlassen. zurück
Mit welchen Methoden wird gearbeitet?
Vier methodische Ansätze fließen in meine Arbeit ein:
1. Techniken der Gesprächsführung
2. Transaktionsanalyse
3. Systemische Arbeit
4. Entspannungs- und Imaginationstechniken
Einsatz und Gewichtung der Methoden hängen von den individuellen Bedürfnissen der Klienten ab.
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Welche Techniken der Gesprächsführung werden eingesetzt
Eine effektive Gesprächsführung ist Grundvoraussetzung eines Coachings.
Sie läßt sich im Wesentlichen in drei Phasen einteilen:
1. Das klientenzentrierte Gespräch
2. Der hermeneutische Dialog
3. Das strukturierende Gespräch
In der ersten Phase steht der Klient oder die Klientin in besonderer Weise im Mittelpunkt.
Der Coach hört erst einmal genau hin und hält durch kurze Rück-
fragen die
Selbstaussprache des Gegenübers in Gang. So finden die Klienten zu
ihrem eigentlichen Thema und entwickeln oft schon Lösungsansätze.
Carl R. Rogers ist der Vater dieser Gesprächstechnik.
In der zweiten Phase wird das Gespräch dialogisch. Es zielt nun darauf ab,
ge-
meinsam neue Sichtweisen zu finden und alte Deutungen zu revidieren.
Dabei geht es weniger um psychologische Standardinterpretation,
sondern um einen wechselseitig sich vertiefenden Gesprächsprozess.
Diese Dialogführung lässt sich hermeneutisch nennen. Sie ist, wie
Hans-Georg Gadamer zeigt, die Basistechnik jedes Gesprächs, das sich
durch ein geisteswissenschaftlich fundiertes Erkenntnisinteresse auszeichnet.
Manchmal schließt sich eine dritte Gesprächsphase an. Sie besteht im Ordnen
und Strukturieren der Ergebnisse. Viele verbinden diesen Aspekt mit dem Begriff
des Berufscoachings. Der Einsatz von Moderationstechniken, Entwürfe der weiteren
Vorgehensweise, Zeitpläne - all das kann durchaus ein Teil des Berufscoachings
sein. Aber auch bestimmte Kreativitätstechniken, die von vagen Ahnungen zu
konkreten Konzepten führen, sind der strukturierenden Gesprächsführung zuzuordnen.
Literatur zum Thema:
Rogers, Carl R. u.a. (Hrsg.): Die klienten-bezogene Gesprächstherapie. München 1973.
Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode. III. Teil. Tübingen 1990. 6. Aufl.
Buzan, Tony (Hrsg.): Business mind mapping. Visuell organisieren, übersichtlich
strukturieren, Arbeitstechniken optimieren. Frankfurt a. M. 2002.
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Was ist Transaktionsanalyse?
Die Transaktionsanalyse geht davon aus, dass wir im Laufe unseres
Erwach-
senwerdens verschiedene Ich-Anteile entwickeln. Sie werden Kind-Ich,
Eltern-Ich und Erwachsenen-Ich genannt.
Wir kommen als spontanes und offenes Kind auf die Welt und lernen durch das
Vorbild unserer Eltern bestimmte Verhaltensregeln und Glaubenssätze. Wir verinnerlichen
diese Normen schon sehr früh als Eltern-Ich und passen unser Kind-Ich zu einem
großen Teil dieser Instanz an.
Konflikte, die zwischen der spontanen Lebendigkeit
des Kind-Ich und einem reglementierenden Eltern-Ich entstehen können, versuchen
wir durch einen dritten, vermittelnden Anteil zu lösen - durch das Erwachsenen-Ich:
Wir analysieren die Situation, argumentieren, schlagen Kompromisse vor.
Das Zusammenspiel dieser drei inneren Anteile bestimmt also unsere Psyche.
Auch wenn wir kein Kind mehr sind, ist das Kind-Ich in uns dauernd präsent und
zeigt uns durch Gefühle und Körperzeichen, Träume und Phantasien, wie es ihm geht.
Ein liebevolles Eltern-Ich heißt diese Botschaften als Angebot des inneren Dialogs
willkommen, ein starres Eltern-Ich negiert das, was den eingeprägten Regeln
und Glaubenssätzen widerspricht.
Problemsituationen entstehen somit häufig aus
widersprüchlichen Forderungen von Kind-Ich und Eltern-Ich, die unser Erwachsenen-Ich
nicht mehr integrieren kann. All dies aber läuft zum großen Teil unbewusst ab.
Die Transaktionsanalyse macht diese unbewussten Prozesse bewusst. Sie ist damit eine
effektive Basistechnik, um unser Kommunikationsverhalten im privaten wie im beruflichen
Kontext zu verstehen.
Die Arbeit mit dem inneren Kind hilft außerdem, diese Prozesse zu verändern, indem
sie einen wirksamen Dialog der Ich-Zustände ermöglicht und zu einem Wandel unserer
Verhaltensmuster führt.
Literatur zum Thema:
Berne, Eric: Spiele der Erwachsenen. Psychologie der menschlichen Beziehungen.
Reinbek bei Hamburg. 1984;
Hagehülsememann, Ute und Heinrich: Der Mensch im Spannungsfeld seiner Organisation.
Transaktionsanalyse in Managementtraining, Coaching, Team- und Personalentwicklung.
Paderborn 1998.
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Was versteht man unter systemischer Arbeit?
Die systemische Psychologie bezieht sich auf die Tatsache, dass wir in über-
geordnete, dynamische
Strukturen eingebunden sind, denen wir einerseits unterliegen und die wir andererseits
mitgestalten. Die Familie, das Team, die Organisation - all das sind Beispiele für
solche systemischen Strukturen.
Gerade dort, wo man mit dem Blick auf den Einzelnen
nicht mehr weiterkommt, ist es hilfreich, das betreffende System zu betrachten,
das dem Individuum einen ganz bestimmten Platz zuweist. Struktur und Dynamik eines
Systems können sehr mächtig sein, sind uns aber meist nicht bewusst.
Eine Methode, sie bewusst zu machen, besteht darin, eine Struktur "aufzu-
stellen".
Das kann mit einer Gruppe von Mitspielenden oder mit Figuren ge-
schehen.
Dabei dreht es sich vor allem um die Frage, wie die Klienten diese Struktur empfinden und
natürlich darum, wo sie sich in diesem System sehen. Durch eine Aufstellung können wir oft leicht erkennen,
warum ein Kollege oder Familienmitglied sich auf seine spezielle Weise verhält, und
wir können unsere eigene Funktion und Rolle im System verstehen.
Besonders interessant ist es, unsere Ist-Situation in einer Aufstellung zu verändern
und einen systemischen Ort zu finden, an dem wir uns sicher und gestärkt fühlen. Nach und nach gerät
das ganze System in Bewegung; denn wenn einer sich bewegt, bewegen sich alle anderen mit.
Dabei zeigt sich sehr schnell: Kleine gezielte Initiativen können mehr bewirken, als man meint.
Die systemische Arbeit hilft, hier die richtigen zu finden.
Literatur zum Thema:
Varga von Kibéd, Matthias: Ganz im Gegenteil. Teralemmaarbeit und andere Grundformen
systemischer Strukturaufstellungen - für Querdenker und solche, die es werden wollen. Heidelberg 2000;
Farmer, Chris: Psychodrama und systemische Therapie. Ein integrativer Ansatz. Stuttgart 1998.
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Was sind Entspannungs- und Imaginationstechniken?
Bewusst Ziele zu formulieren, ist das eine, worauf es in Phasen der Veränderung ankommt -
auf die innere Führung jenseits des Bewusstseins zu vertrauen, das andere. Erst wenn
beides zusammenspielt, nutzen wir all unsere Resourcen.
Unbewusste Anteile unserer Persönlichkeit sprechen sich durch Empfindungen
und Bilder aus,
so wie wir es z.B. aus Träumen kennen.
Entspannungs- und Imaginationstechniken helfen,
uns auf diese Sprache des Unbewussten einzulassen. Sie können Veränderungsprozesse
effektiv unter-
stützen, manchmal auch direkt im Unbewussten auslösen. Außerdem ermöglichen sie uns,
die Anspannung und Fixierung des bewussten Wollens, das, was wir im allgemeinen "Stress" nennen,
hinter uns zu lassen, und den inneren Reichtum zu erleben, der jenseits dieses Wollens noch da ist.
Der Kontakt mit dieser Ebene unserer Existenz wird meist als Erfahrung der Ganzheit und des
Bei-Sich-Seins empfunden. Wir gewinnen jene Sicherheit in
der Tiefe, die uns auch für andere
überzeugend und vertrauenswürdig macht.
Litertaur zum Thema:
Erickson, Milton H.; Rossi Ernest L. und Sheila L.: Hypnotherapie. Aufbau, Beispiele, Forschungen. München 1981;
Leuner, Hanscarl: Katathymes Bildererleben. Ergebnisse in Theorie und Praxis. Bern u.a. 1990.
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